Abitur – was dann?
Für Abiturienten stehen alle Türen offen, für Fachabiturienten fast alle. Voraussetzung sind natürlich gute Zeugnisnoten oder ein gutes Abi. Später interessieren Schulnoten wenig: Wer eine Erstausbildung oder ein Studium absolviert, wird dann nicht mehr die Schulzeugnisse vorlegen müssen. Gefragt sind dann das fachliche Können und die Fähigkeit, auch über den Tellerrand hinaus zu blicken.
Die auf den nächsten Seiten aufgeführten Studienmöglichkeiten für Abiturienten sind umfassend recherchiert, aber nur eine Kurzinfo.Die ab Seite 10 seitenweise aufgeführten Angebote sind konkrete Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten. Bitte informieren Sie sich weiter über die angegeben Kontaktdaten wie Telefon, Internet, Email etc.
Studium an einer Universität
Das Studium an der Universität soll den Studenten in die Lage versetzen, eigenständige Definitionen, Bewertungen und Lösungen von Problemen zu erarbeiten. Es vermittelt dabei eine grundlegende „Berufsfähigkeit“, die für die spätere Ausübung notwendig ist.
Konkrete „Berufsfertigkeiten“ stehen dagegen nicht im Mittelpunkt. Sie werden in vielen Fächern erst durch ein Referendariat oder ein Praktisches Jahr nach dem eigentlichen Studium erworben.
Mögliche Fachrichtungen: Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften, Agrar- und Forstwirtschaften, Medizin und Gesundheitswesen, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften, Kunst und Gestaltung Besonderheiten: ziemlich freizügige Studiengestaltung nach Studienplänen; wissenschaftliche, theoretische, fundierte Ausbildung Kosten: Während des Studiums bezahlt der Student eine Studiengebühr. Eine staatliche Förderung, zB. BAFÖG, kann beantragt werden. Banken bieten bereits spezielle Studienkredite an. Diese sind nach einer Umfrage bei den Studenten bisher recht unbeliebt. Mögliche Abschlüsse und Studiendauer: • Bachelor: mindestens 6 Semester • Master: 2-4 Semester als Aufbaustudium • Staatsexamen. Auslaufende Modelle sind • Diplom und • Magister: mindestens 8 Semester Voraussetzungen: Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, ggf. numerus clausus.
Studium an einer Fachhochschule
Die Fachhochschule vermittelt Praxisnähe und Anwendungsbezug. Es wird Wert auf praxisorientiertes Lernen gelegt. Zwei praktische Studiensemester sind in das Studium integriert. Sie sind in geeigneten Betrieben abzuleisten, in denen die Studierenden praktische Erfahrungen sammeln sollen. In dieser Zeit werden sie aber auch von der Hochschule betreut. Ferner sind praxisrelevante Projekt- und Diplomarbeiten üblich.
Mögliche Fachrichtungen: Ingenieurwissenschaften, Informatik, Wirtschaftswissenschaften, Medien- und Informationswesen, Sozial- und Gesundheitswesen, Gestaltung/ Design, Landwirtschaftliche Studiengänge Besonderheiten: Semestergruppen, vorgegebene Studienpläne, Praxisorientierung Mögliche Abschlüsse und Studiendauer:
- Bachelor: 6 oder 7 Semester, davon 1 Praxissemester
- Diplom (FH): 8 Semester, davon 2 Praxissemester
- Master: 3 Semester (kann nur im Anschluss nach einem Hochschulabschluss, zB. Bachelor oder Diplom erworben werden) Voraussetzungen: Fachhochschulreife, allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, oftmals Vorpraktikum, teilweise auch Aufnahmeprüfung.
Fachhochschule für den öffentlichen Dienst
Die Einsatzmöglichkeiten im öffentlichen Dienst sind sehr vielfältig. So können von den angehenden Beamten (Dienstanwärter) u.a. in den Bereichen Verwaltung, Soziales, Gesundheitswesen, Arbeit, Archivwesen, Auswärtiges Amt, Bundesnachrichtendienst oder Deutscher Bundesbank auf Bundes-, Länder- oder Kommunalebene anspruchsvolle Aufgaben übernommen werden. Abiturienten können direkt in die gehobene Beamtenlaufbahn einsteigen.
Ausbildung: Gehobene Beamtenlaufbahn. Fachrichtungen: • gehobener nichttechnischer Dienst • gehobener techischer Dienst Ausbildung: 3, 4 oder 5 Jahre Vorbereitungsdienst, davon die eine Hälfte an einer Beamten-FH so wie die andere Hälfte Praktika und Fachseminare Vergütung: • In der Ausbildung ca. 800 EUR • Zzgl. Reisekostenvergütung, Trennungsgeld und Zimmer oder finanzielle Unterstützung der eigenen Wohnung Besonderheiten: Klassenverband, Anwesenheitspflicht, Stundenpläne Mögliche Abschlüsse: Diplom-Finanzwirt/in (FH), Diplom-Verwaltungswirt/in (FH), Rechtspfleger/in (FH) Beginn: September; Bewerbungsschluss Sept./Okt. des Vorjahres Voraussetzungen: Allgem. HS-Reife oder FH-Reife und Einstellungsvertrag der auszubildenden Behörde, deutsche Staatsbürgerschaft, Höchstalter 26 Jahre. Bewerbung: Großes Auswahlverfahren mit Prüfung. Anschließend werden die Bewerber in einer Behörde spezialisiert.
Akademie, Institut, (Berufs-) Fachschule
Hier gibt es ein sehr großes Angebot an Studienmöglichkeiten. Die Abschlüsse sind unterschiedlich, meist international ausgerichtet. Eine zusammenfassende Angabe kann darum nicht gemacht werden. Jeder Abiturient muss sich selbst informieren.
Ein paar Tipps: • Welche Berufsrichtung will ich einschlagen? Was gibt es Passendes oder Ähnliches, welche Alternativen? • Welche Berufschancen habe ich später? Ist das Studium/der Beruf nach meiner Ausbildungszeit noch gefragt? • Kann ich mich in diesem Beruf spezialisieren und weiterbilden? • Wird mir das Studium für Weiterbildungen oder für ein weiteres Studium angerechnet? Bewertung: Wo Berufe gute Zukunftsaussichten haben, kümmern sich private, gemeinnützige und staatlich anerkannte Berufsfachschulen (BFS), Akademien und Institute um die entsprechende Ausbildung. Sie verfügen meist über gute Kontakte zur freien Wirtschaft und helfen vor und nach dem Studium, (Auslands-) Praktika und Jobs zu vermitteln. Ausbildung: 2–4 Jahre (4–8 Semester), je nach Studium Kosten: Während des Studiums bezahlt der Student eine Studiengebühr. Eine staatliche Förderung, zB. BAFÖG, kann beantragt werden. In den Semesterferien kann man/frau sich mit Studentenjobs im In- und Ausland über Wasser halten. Abschluss: Staatl. geprüft, staatl. anerkannt oder internationaler Abschluss; Diplom, Zertifikat, je nach Studienrichtung.
Beginn: Beginn und Bewerbung unterschiedlich Voraussetzung: HS-Reife bis FH-Reife Auswahlkriterien: Untschiedlich, zB. Auswahlprüfung bei schlechten Noten oder Einstufungsprüfung bei einem Sprachstudium, Test, Gespräche.
Studienakademie
Große Unternehmen und Wirtschaftsverbände haben durch gemeinsame Zusammenarbeit ein für das jeweilige Unternehmen zugeschnittenes Studium entwickelt. Das sieht so aus: Die Aufgabe, Abiturienten für den Beruf zu qualifizieren, wird von zwei Partnern übernommen: Die Ausbildungsstätte, die als Lernort für die Praxis gilt und die Staatliche Studienakademie als Lernstätte für die Theorie. Sie koordinieren ihre Arbeit in gemeinsam entwickelten Plänen, sie ergänzen sich in ihren Methoden und verstärken die jeweils von anderen erzielten Arbeitsergebnisse.
Eine solche Studienakademie kann sowohl eine Berufsakademie (BA) sein oder eine Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA). BAs gibt es in Baden-Württemberg, das Unternehmen schickt seine Studierenden zB. nach Ravensburg oder Heidenheim. VWAs gibt es in Bayern in München, Augsburg, Würzburg, Regensburg und in Nürnberg.
Voraussetzung: Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife und Ausbildungsvertrag mit einer Ausbildungsstätte (Unternehmen) Studienschwerpunkte: Es gibt 3 große Bereiche, die wiederum in einzelne Fachrichtungen aufgeteilt sind: Wirtschaft, Technik und Soziales. Besonderheiten: kleine Klassenverbände, vorgegebene Stundenpläne, starke Praxisorientierung, keine Semesterferien Abschluss: Je nach gewählter Studienrichtung ist man nach der Ausbildung Betriebswirt/in (VWA), Diplom-Betriebswirt/in (BA), Diplom-Ingenieur/in (BA), Diplom-Sozialpädagoge/in (BA). Studiendauer: 3 Jahre Vergütung: monatliches Gehalt zwischen 500 und 1000 EUR. Bewerbung: Die Bewerbung wird an das ausgewählte Unternehmen gerichtet. Diese vermitteln dann an die BA bzw. VWA. |